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Positive Negative

Warum bloggt man?

Der Sinn, über Bloggermotive zu schreiben, könnte für Sie sein, dass Sie auf den Geschmack kommen und sich über Ihre Absichten und die Absichten anderer Blogger besser im Klaren werden können.

Blogger haben ein mehr oder weniger ausgeprägtes Mitteilungsbedürfnis, das kann man mit gutem Gewissen verallgemeinern. Andernfalls würden Sie nicht regelmäßig Inhalte ins Netz stellen und mehrheitlich Kommentare erwarten. ;-) Vielen Bloggern geht es deweiteren um Aufmerksamkeit im Web sowie um das Teilen von Wissen und Erfahrungen. Gründe für das Bloggen könnten sein:

  • Sie befriedigen ohne grossartige Ansprüche Ihr privates Mitteilungsbedürfnis: Sie schreiben über Ihren Alltag, zeigen Baby-, Party-, Urlaubs- oder Katzenfotos, berichten über Ihre Entdeckungen im Netz und haben ansonsten keine hohen Erwartungen ans Bloggen.
  • Sie sind beruflich oder privat für längere Zeit im Ausland und möchten Ihre Familie, Freunde und Bekannte auf dem Laufenden halten.
  • Sie nehmen an einem Ereignis (Event, Konferenz) teil und informieren Ihre Besucher vielleicht sogar im Stundentakt über die Geschehnisse vor Ort.
  • Sie möchten über ein wichtiges Thema informieren. Sie sind sozial und politisch engagiert und möchten Ihre Zeitgenossen ein vernachlässigtes und dringendes Thema näherbringen, zu Diskussionen anregen und die Streitkultur fördern.
  • Sie sind Fan eines Künstlers, einer Band, einer Software, eines Spiels, einer Sportart etc. und möchten darüber möglichst viele Informationen zusammentragen und Ihr spezielles Wissen mit Anderen teilen.
  • Sie möchten Ihre literarischen Ambitionen zum Ausdruck bringen und Ihre Texte zur Diskussion stellen.
  • Sie sind Fan von Videos (welcher Art auch immer) oder machen eigene Podcasts (Wikipedia über Podcasting) oder sogar echtes Webradio und veröffentlichen Ihre Werke und Funde praktischerweise in einem Weblog.
  • Sie möchten Ihre Produkte und Dienstleistungen bekannter machen und pflegen eine Art Fachblog, für das Sie sich durch kompetente Artikel und Tutorials mehr Aufmerksamkeit erhoffen.
  • Sie wollen ein bedeutender Blogger werden (bekannter unter dem Hypewort "A-Blogger") und setzen alles daran, viele Kommentare und möglichst viel Aufmerksamkeit in der Blogosphäre zu bekommen, indem Sie überall und über alles mitdiskutieren und zu allem eine Meinung haben sowie keine "Sau", die durch "Klein-Bloggersdorf" gejagt wird, links liegen lassen. ;-)

Ich gebe zu, das letzte Motiv ist etwas sarkastisch, läßt sich aber durchaus im Web beobachten. Zudem habe ich hier bewusst auf Links zu Weblogs verzichtet und verweise stattdessen auf Kapitel 4, der Ihnen in einem Video zeigt, wie Sie die Weblogs Ihrer Wahl finden.

Wie sieht ein guter Blogbeitrag aus?

Sie haben alle Freiheiten, das ist das Schöne am "Weblog schreiben". Es gibt Weblogs, die verzichten auf Überschriften. Das ist ein Hinweis darauf, dass der Blogger seine Texte nicht wichtiger erscheinen lassen will als sie ihm scheinen. Vielleicht scheut man auch die Interpretation durch eine Überschrift und überläßt dem Leser die Headline.

Selbstverständlich können Sie Ihre Texte formatieren, wie Sie wollen. Es besteht kein zwingender Grund, lange Texte in Absätzen zu setzen oder sparsam mit Textauszeichnungen wie "fett" und "kursiv" umzugehen. Das Aussehen Ihrer Weblog-Texte hängt in besten Fall von der Art der Texte ab, die Sie schreiben. Beispiele:

Ein Gedicht erlaubt auch zentrierte Zeilen. Eine längere Anleitung dagegen sollte zur besseren Lesbarkeit linksbündig gesetzt werden. Ein literarischer Text kann unabhängig von der Länge ganz ohne Absätze formatiert werden. Ein Bericht, eine Rezension oder sonstige längere Sachtexte sind verdaulicher für den Leser, wenn Absätze auf Sinnabschnitte hinweisen.

Besteht Ihr Weblog vor allem aus einer kommentierten Linksammlung, so lenkt eine treffend formulierte und neugierig machende Überschrift die Aufmerksamkeit des Lesers. Ein kurz und prägnant formulierter Text steigert zusätzlich die Neugier auf den Link.

Zwei Grundregeln im eigenen Interesse

Trotz aller Freiheiten der Textformatierung und des Textaufbaus sind zwei Grundregeln zu beachten, die im eigenen Interesse einzuhalten wären:

1. Kennzeichnen Sie originelle Begriffe, Sätze und Absätze als Zitat. Ganze Absätze und längere Passagen werden in Weblogs als Absatz formatiert. Zur eindeutigen Abgrenzung vom eigenen Text ist der Absatz links eingerückt, kursiv gesetzt, farblich abgehoben und hier und dort auch in Anführungszeichen gesetzt. Zitate innerhalb Ihres Textes sind unbedingt in Anführungszeichen zu setzen. Zum guten Ton längerer Zitate gehört ein Quellenhinweis, der mit einem Link zur Quelle (falls vorhanden) angegeben wird.

2. Kopieren Sie niemals ungefragt fremde Texte, Fotos oder sonstige Dokumente und sei es nur ein schlichter Blogtext eines anderen Bloggers. Nachfragen gehört nicht nur zum guten Ton, es schützt zudem auch vor teurem Ärger. Vor allem bei Bildern kann man schnell in die teure Copyright-Falle tappen. Da gab es den Fall eines Fotografen, der mit seinen Kochfotos gezielt auf das weit verbreitete Bilderkopieren spekulierte und teure Abmahnungen an Blogger verschicken liess, die dachten, das sei freies Fotomaterial.

Vorschläge für gut aussehende Blogtexte

Gerade bei längeren und vor allem informativen Texten empfehlen sich formale Kriterien der Textpräsentation, die zum Teil auch für Printwerke gültig sind.

  • Linksbündig geht vor Blocksatz. Auf zentriert und rechtsbündig gesetzte Weblog-Artikel sollte um einer besseren Lesbarkeit wegen verzichtet werden.
  • Sparsamer Umgang mit Texthervorhebungen wie "fett" und "kursiv". Zuviele Hervorhebungen verwirren mehr als dass sie den Blick führen.
  • Textauflockerung durch copyrightfreie oder eigene Bilder. Aber nur dann, wenn die Bilder auch wirklich zum Thema passen.
  • Haupttexte niemals komplett in "kursiv" setzen. Wirkt unruhig und ist je nach Schriftart auf Monitoren und Displays schlechter zu lesen als normal gesetzter Text. Zudem wird kursiv gesetzter Text in Weblogs oft für Zitate oder andere Texthervorhebungen benutzt.
  • Auflistung von Thesen, Argumenten oder Sonstigem, das kurz und bündig gelistet wird, sollte in Aufzählungszeichen stehen. So heben sich Kernaussagen lesbarer und deutlicher vom Rest des Textes ab.
  • Im Web ist man es gewohnt, dass unterstrichene Wörter oder Satzteile auf einen Link hinweisen. Entsprechend irritiert es, wenn ein unterstrichenes Wort keinen Link enthält. Unterstreichungen sollten deshalb nicht für reine Texthervorhebungen eingesetzt werden, sondern zur Linkkennzeichnung.
  • Beim Setzen von Links gezielt die Wörter und Sätze im Text verlinken, die zum Link passen. Nichtssagende Wörter wie "Hier", "Da" oder "Dort" fördern nicht die Klickrate Ihrer Besucher. ;-) Wenn ich zum Beispiel einen Zeitungsartikel verlinke, dann baue ich oft die Überschrift dieses Artikels in meinen Weblog-Text ein und verlinke diese Überschrift.
  • Solange an Überschriften feilen, bis sie den Text treffend auf den Punkt bringen. Nicht selten werden in anderen Weblogs und Newsdiensten die Überschriften der Weblogs zitiert und verlinkt. Liest sich die Überschrift nichtssagend, wird sie weniger beachtet und angeklickt, vermute ich. ;-)

Bei aller Liebe zu liebevoll und pragmatisch gesetzten Weblog-Texten, letztendlich zählt immer der Inhalt, die Originalität und Nützlichkeit Ihrer Texte. Mehr Schein als Sein rentiert sich auf kurze und lange Sicht auch beim Bloggen nicht.

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